WESTWERK.
Admiralitätstr. 74
20459 Hamburg
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keiten Westwerks sind barrierefrei
zu erreichen.
Westwerk wird freundlich unter-stützt von der Behörde für
Kultur u. Medien Hamburg.
Westwerk ist Mitglied im Clubkombinat Hamburg e.V.
Katalysator für Veränderungen.
Die künstlerische Praxis Sidhant Kumars beschäftigt sich mit ungehörten und über-
sehenen Erzählungen von Landschaften und konzentriert sich dabei auf Geschichten, die oft im Verborgenen bleiben, anstatt auf die oberflächliche Schönheit, die meistens dargestellt wird. Durch Besichtigungen vor Ort und intensive Erkundungen
des Landes deckt er die Dringlichkeit hinter der Vernachlässigung und den nicht nachhaltigen Praktiken auf, die unsere Umwelt heimsuchen.
Es ist diese Kernidee, die Sidhants künstlerische
Reise antreibt – ein unermüdliches Streben danach, Licht auf die sich wandelnden Landschaften und die drängenden Probleme, mit denen sie konfrontiert
sind, zu werfen.
Nachhaltige Materialien wie Bambus, Lehm, Kuhdung, Samen, Holz und Terrakotta bilden die Grundlage seiner Arbeiten, die mit Elementen der neuen Medienkunst wie Fotografie, Video, Installation und Performance verwoben sind. Seine Arbeit geht
über die reine Beobachtung hinaus; sie wird zu einem Katalysator für Veränderungen. Sidhant Kumar glaubt an die Kraft der Zusammenarbeit und bezieht lokale Ortsgemeinschaften mit ein, um den Einfluss seiner Arbeit zu auszudehnen und das Bewusstsein für Umweltprobleme zu schärfen.
Die Ausstellung im Westwerk »Object(s) of History« basiert auf der Untersuchung, wie Geschichte Formen, Körper und Bewusstsein jenseits festgelegter Narrative durchdringt. Das Objekt wird nicht als stabile Einheit, sondern als ein veränderlicher Zustand betrachtet,
in dem Zeit, Erinnerung, Präsenz und Absenz sich überschneiden. Im Spannungsfeld zwischen dem Singulären und dem Kollektiven werden Objekte zu Trägern vielschichtiger Zeitlichkeiten, die ihre schein-
bare Materialität übersteigen.
Geschichten werden hier als Strukturen verstanden, die sich durch Klassen, Kasten, Arbeit und ererbte soziale Positionen ziehen und sich in Wahrnehmung, Gestik und Selbstverständnis einbetten. Was über Generationen hinweg weitergegeben wird, bleibt oft
als verinnerlichte Gedächtnis bestehen: unsichtbar
und doch wirksam, intim und doch historisch bedingt. In diesem Sinn wird auch das Selbst zum Gegenstand der Geschichte, geformt von Kräften, die der indivi-
duellen Erfahrung vorausgehen und sie übersteigen.
Anstatt Geschichte in einer fernen Vergangenheit
zu verorten, betrachtet sie die Ausstellung als etwas,
das sich kontinuierlich innerhalb gelebter Beziehungen und verkörpertem Wissen formt. Objekte existieren somit gleichzeitig außerhalb und in uns als materielle Präsenzen, soziale Einschreibungen und erinnerte Zustände. »Object(s) of History« versteht Geschichte
als einen aktiven Prozess des Werdens, der sich
durch Bewegungen entfaltet, durch die Erinnerung, Hierarchie und Erfahrung weitergetragen werden.
Sidhant Kumar, * 11.10. 2000 im
Bezirk Siwan in Bihar, lebt und arbeitet in Neu-Delhi, Indien, und ist derzeit als Stipendiat für Internationalen Kultur-
austausch zu Gast im Westwerk.
RESIDENCY
▶ Eröffnung | Donnerstag | 12. März 2026 | 19 Uhr
Einführung Munise Demirel, Behörde für Kultur und Medien Hamburg | 20 Uhr
▶ Ausstellung | 13. bis 15. März 2026 | 16 bis 19 Uhr