WESTWERK.

WESTWERK.

2026

Die Ausstellung im Westwerk »Object(s) of History« basiert auf der Untersuchung, wie Geschichte Formen, Körper und Bewusstsein jenseits festgelegter Narrative durchdringt. Das Objekt wird nicht als stabile Einheit, sondern als ein veränderlicher Zustand betrachtet,
in dem Zeit, Erinnerung, Präsenz und Absenz sich überschneiden. Im Spannungsfeld zwischen dem Singulären und dem Kollektiven werden Objekte zu Trägern vielschichtiger Zeitlichkeiten, die ihre schein-
bare Materialität übersteigen.

Geschichten werden hier als Strukturen verstanden, die sich durch Klassen, Kasten, Arbeit und ererbte soziale Positionen ziehen und sich in Wahrnehmung, Gestik und Selbstverständnis einbetten. Was über Generationen hinweg weitergegeben wird, bleibt oft
als verinnerlichte Gedächtnis bestehen: unsichtbar
und doch wirksam, intim und doch historisch bedingt. In diesem Sinn wird auch das Selbst zum Gegenstand der Geschichte, geformt von Kräften, die der indivi-
duellen Erfahrung vorausgehen und sie übersteigen.

Anstatt Geschichte in einer fernen Vergangenheit
zu verorten, betrachtet sie die Ausstellung als etwas,
das sich kontinuierlich innerhalb gelebter Beziehungen und verkörpertem Wissen formt. Objekte existieren somit gleichzeitig außerhalb und in uns als materielle Präsenzen, soziale Einschreibungen und erinnerte Zustände. »Object(s) of History« versteht Geschichte
als einen aktiven Prozess des Werdens, der sich
durch Bewegungen entfaltet, durch die Erinnerung, Hierarchie und Erfahrung weitergetragen werden.

RESIDENCY

Eröffnung | Donnerstag | 12. März 2026 | 19 Uhr

Einführung Munise Demirel, Behörde für Kultur und Medien Hamburg | 20 Uhr

Ausstellung | 13. bis 15. März 2026 | 16 bis 19 Uhr