WESTWERK.

Westwerk-Verstärker

WESTWERK.

Admiralitätstr. 74

20459 Hamburg

Westwerk-Verstärker

2018

Konzert und Lesung | Sonntag | 16. September 2018

Einlass 20 Uhr | Beginn 21 Uhr

David Grubbs gehört zu den prägenden US-Avantgarde-Musikern, die sich in den frühen 90er Jahren an die Aufgabe machten, Rockmusik zu resensibilisieren. Rock war als Jugendmusik drauf und dran, von HipHop abgelöst zu werden und erlebte sein letztes großes Aufbäumen im Grunge. Musiker wie Grubbs und Jim O’Rourke von der Band Gastr del Sol hatten die Entdeckung gemacht, dass Rock sich schon in den 80er Jahren allen möglichen ästhetischen Einflüssen aus dem Bereich feinerer Disziplinen verschloss und dabei sowohl künstlerische Neugierde als auch erneuernden Antrieb verlor. Am Ende stand das Schlagwort Postrock: Beeinflusst von sämtlichen Rock-, Jazz- und Folk-Avantgarden der vergangenen Jahrzehnte, von ernstem Minimalismus und Bildender Kunst und von Fragen egoabgewandter Bandstrukturen. Fragen der Popmusik wurden nicht mehr beantwortet. Musikdiskurse wurden

nicht mehr vornehmlich in Kneipen und Fanzines geführt, sondern zunehmend und wie heute üblich auch in Feuilletons und Akademien. Was elitär klingt, ermög-lichte Rock in den MTV-beherrschten 90ern noch einmal Nischen im Under-ground und bewahrte ganz nebenbei all jene Fans vor Kommerz, die Schutz vor

dem Sturm des Pop suchten.

David Grubbs ist Professor of Music am Brooklyn College und hat bis heute 14 Soloalben veröffentlicht, zuletzt »Creep Mission« auf Drag City. Sein 2000er-Album »The Spectrum Between« kürte The Sunday Times zum Album des Jahres. Grubbs startete als 16-Jähriger mit seinen frühen Bands Squirrel Bait, Bastro und war später Gründungsmitglied von Gastr del Sol sowie Mitglied von The Red Krayola. Aus diesen Bands entstand vieles, was im Postrock Rang und Namen haben sollte: Slint, The Sea and Cake, Tortoise. Für Grubbs folgten interdisziplinäre Arbeiten mit Künstlerinnen wie Susan Howe, Angela Bulloch und Anthony McCall, Präsentationen im Solomon R. Guggenheim Museum, MoMA, the Tate Modern und im Centre Pompidou und sein erstes Buch »Records Ruin the Landscape: John Cage, The Sixties, and Sound Recording«, aus dem er bereits 2016 im Rahmen eines Solokonzerts im Westwerk las.