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Gruppenausstellung koreanischer Künstler/innen.
Gruppenausstellung koreanischer Künstler/innen.
Malerei, Rauminstallation, Skulptur, Video
Dae Seon Seo Fotografie
Eun Sook Kim Installation
Jeong Eun Lee Installation
Hye Yeon Park Fotografie
Min Chul Song Malerei und Video
Seung Won Park Video und Installation
So Hyun Jung Videoperformance und Installation
Young Jin Song Objekte und Installation
Das koreanische Wort »Kyo-Cha-Ro« bedeutet »Kreuzung« und gleichzeitig »zeitgenössische Tendenz«, »Fusion« oder »Hybrid« und umreißt das Konzept der Ausstellung, deren Arbeiten im Spannungsgefüge zwischen asiatischer und europäischer bildender Kunst angesiedelt sind. Aus diesem Dualismus entwickeln die acht Künstler ihre Positionen. Alle acht Künstler sind in Korea geboren und aufgewachsen, haben in Korea studiert und sind nach Deutschland gekommen, um in Hamburg an der HfbK ihr Studium fortzusetzen, und haben sich hier kennen gelernt.
Dae Seon Seo (*1972) vollzieht in ihren Fotoarbeiten eine Entwicklung nach, die seit Beginn der Moderne in der Malerei eine Rolle spielte, nämlich die Loslösung von der Illusion der Räumlichkeit zu Gunsten einer »wahrhaftigeren« Flächigkeit. Ihre Fotografien, die verschwommen oder gelegentlich geradezu abstrakt wirken, weisen daher zum Teil malerische Qualitäten auf. Das flächige Motiv nähert sich der Fotooberfläche.
Eun Sook Kim (*1978) thematisiert die uns umgebende und allgegenwärtige Schrift; sei es in Form von Zeitschriften und Büchern, vor Allem aber von Werbung oder auch Kontoauszügen. Mit Methode — manchmal auch auf fast subversive Weise — destabilisiert sie allerdings die etablierten Bedeutungen der Worte und die Systeme, in denen sie normalerweise zu funktionieren haben, und hinterfragt damit in immer wieder überraschender Art und Weise gewohnte Sehweisen und Denkmuster.
Jeong Eun Lee (*1969) verleiht in ihrer Arbeit der Zeit und dem Prozess des Erinnerns eine bildnerische Form. Ihr zentrales Medium ist das Buch, dessen Gestalt sie vielfältig variiert und zum Beispiel durch ein Videoskizzenbuch oder — ganz traditionsbezogen — durch eine ostasiatische Querrolle repräsentiert wird.
Hye Yeon Park (*1976), ihre Fotoarbeiten lenken den Blick beiläufig ins Abseits, wo die Künstlerin scheinbar zufällig zum Teil Rätselhaftes, teilweise auch Unheimliches hinter der Fassade des Alltäglichen aufspürt. Der oft sehr begrenzte Ausschnitt und die Wahl ungewöhnlicher Blickwinkel bewirken beim Betrachter eine gewisse Desorientierung, eröffnen ihm aber auch eine Perspektive auf das Unbewusste und Verborgene hinter dem Gewöhnlichen.
Min Chul Song (*1976) hat eine Bildsprache gefunden, in der Malerei, Foto und Video einander bedingen. Aus den Wechselbeziehungen zwischen den Medien und aus ihren jeweiligen technischen Möglichkeiten entwickelt er seine Bildideen. Er zeichnet sich selbst beispielsweise beim Malen eines Bilds auf. Das Video zeigt die Realität als Negativ, nur das gemalte Bild erscheint positiv. Das in der Ausstellung gezeigte Gemälde entpuppt sich schließlich als Negativ.
Seung Won Park (*1982), seine Arbeiten — Performances und Installationen, in denen Videoaufzeichnung der Performances integriert sind — kreisen um das Thema Individuum im Allgemeinen und um seine Person im Speziellen und sind auch eine Art Selbstbefragung. Durch den Kunstgriff der Verkleidung und des Rollenwechsels schafft er immer wieder neue Konstellationen um die Kernfrage »Wer bin ich?«.
So Hyun Jung (*1982) befasst sich in ihren Fotoreihen und Videoarbeiten mit dem Variieren des Themas Stilleben, wobei sie sowohl die klischeehaften und symbolträchtigen Requisiten als auch die Gestaltungsmittel mit Betonung aufs Notdürftigste reduziert, wodurch sie trotz aller Künstlichkeit eine sehr gegenwärtige Anmutung erzielt. »Als Performerin agiere ich in einer Video-Installation. Die Performance besteht darin, dass ich versuche, aus sechs Stühlen ein perfektes Dreieck zu bilden, abwechselnd aus der Perspektive einer Beobachtungskamera und aus der Perspektive der Stühle. Auf einem Monitor kann das Publikum in einem halbminütigen Rhythmus eine Liveübertragung und eine ältere Aufzeichnung der Performance verfolgen — wobei bei der Aufzeichnung das Publikum fehlt. Das eigentliche Thema der Installation ist also der Wechsel zwischen Anwesenheit und Abwesenheit bei der scheinbar ununterbrochenen Übertragung der Performance auf dem Monitor.«
Young Jin Song (*1979), der Bildhauer inszeniert mit viel Fantasie und Liebe zum Detail mehrdeutige, dreidimensionale Miniaturwelten, die er mit äußerst realitätsnah ausgeführten Figuren bevölkert. Zwar orientieren sich seine an atmosphärischer Aura reichen Modellwelten an realen Vorbildern, sie erfahren aber durch gezielte Auslassungen und den ihnen eigenen Charme des Provisorischen eine Wendung ins Irreale.
Kyo-Cha-Ro (Kreuzung)
Eröffnung: Donnerstag, 1. Juli 2010
Ausstellung: 2. bis 11. Juli 2010
Zur Eröffnung fand eine Videoperformance von So Hyun Jung statt.