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Irgendwie grau.
Irgendwie grau.
Vernissage: Freitag, 31. Juli 2009
Ausstellung: 1. bis 7. August 2009
Finissage: 7. August 2009
Mechanismen im indischen Städtebau
Eine Veranstaltung von Christoph Fischer im Rahmen des Hamburger Architektursommers 2009
Die dynamisch fortschreitende Urbanisierung im Rahmen des »globalisierten« Indiens der letzten 20 Jahre führt in dessen Metropolen zu extremen Mechanismen der Stadtentwicklung und Stadtbildung. Es sind enorme Maßstabssprünge, die auf Basis der sozialistischen Staatsstruktur durch die Liberalisierung der indischen Marktwirtschaft seit den frühen 90er Jahren ermöglicht wurden.
Die enorme territoriale und demografische Entwicklung posturbaner Strukturen überspannt städtischen und privaten Raum und durchzieht rhizomhaft die traditionelle Dialektik von Stadt und Land. In diesen Megastädten katalysieren und akzelerieren sich Stadtbildungsprozesse in einer Geschwindigkeit und Deutlichkeit, wie sie in europäischen Städten der Moderne nur ansatzweise vorhanden sind.
Der Blick auf die Wirkungsketten der Megastädte dieser Welt, die Gleichzeitigkeit ihrer ambivalenten Stadtgestalt, eröffnet ein großes Feld von Indizien für das Formulieren von Antworten. Die abgängige Vorstellung der Stadt als kollektive und in sich geschlossene Einheit verschiebt sich in eine zeit- und raumabhängige Erscheinung des Städtischen als ein Netzwerk variierender und multipler Perspektiven: Situativ und performativ zugleich, stets neu zerstörend und neu erschaffend – ein Gefüge, welches sich mit formellen Kriterien weder eingrenzen noch erfassen lässt.
Die Ausstellung erzählt von der durch diese generierenden Kräfte entstandenen, heterogenen Stadtgestalt: Von einem widersprüchlichen, in seiner Summe komplementären, grauen Feld städtischer Entwicklung, fernab von gängigen Klischees und Architekturmotiven.
Mit Bildern zu Ahmedabad, Bengaluru, Chennai, Dehli und Mumbai von Anne-Katrin Fenk, Anand Patel und Christoph Fischer, sowie mit Panoramen zu Hyderabad über die letzten drei Jahre von Susanne Kohte und Peter Gotsch.
Die Vortragsreihe erläutert in diesen Spannungsfeldern widersprüchliche Wege, gibt Antworten auf Fragen der Strategiemixe und zeigt maßgebliche öffentliche und private Mechanismen zu sichtbaren Zeichen der wirksamen Kräfte aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft auf.
Die Schwerpunkte verlagern sich vom politisierten Urbanismus der letzten 30 Jahre (Anne-Katrin Fenk, TU-Berlin) über territoriale Strategien der öffentlichen Hand (Anand Patel, Architekt, Ahmedabad) und ökonomischen Mechanismen des privaten Sektors (Susanne Kohte, Hochschule Luzern) zu urbanen Transformationen im globalen Kontext (Peter Gotsch, Urban Researcher, Karlsruhe).
Vortragsreihe:
Anne-Katrin Fenk
Anand Patel
Susanne Kohte
Peter Gotsch