1. Bengalisch-explosiv.

 
 
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Johannes Ulrich Kubiak

Eröffnung: Donnerstag, 26. November 2009

Ausstellung: 27. November bis 6. Dezember 2009

 

»Season«


Malerei



»Meine Damen und Herren,


von einem Feuerwerk der Farbe zu sprechen mag abgeschmackt klingen und ich möchte Ihnen diese Phrase auch nicht als der Weisheit letzten Schluss aufdrängen, aber als erster Eindruck von der schier bengalisch-explosiven Farbigkeit, die uns hier umgibt, will sich das Wort aufdrängen und ich gebe ihm nach. Freilich wäre es dumm, dabei stehen zu bleiben. Das sage nicht ich, das sagen die Bilder selbst, die den Blick des Betrachters zu sich hinziehen, auch — oder gerade weil — sie eine Einladung auf heißen Boden, hitziges Gelände, gefährliches Terrain versprechen. Auf den ersten Blick, wohlgemerkt. Sie ziehen den Betrachter über eine Schwelle, man spürt den Übertritt; nicht nur die großen Formate, auch die kleineren tun das; es ist eine Eigenart dieser Bilder.


Dabei entwickeln sie keinen Sog in die Raumtiefe, vielmehr lassen sie den Blick auf der Fläche gleiten, sind eher wie Landkarten zu lesen, als dass sie Zentralperspektive vortäuschen. Alles in ihnen scheint in den Vordergrund, an die Oberfläche zu drängen, ohne dass klar würde, aus welchen Hintergründen oder Tiefen das heraufkommt. Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Vergleich der Originale mit den Abbildungen im Katalog. Vermutlich allein durch die Verkleinerung, denn an der Qualität der Reproduktionen kann es nicht liegen, auch nicht an der Unmöglichkeit der Fotografie, die Rauheit der Fläche herzustellen, vermutlich also allein durch die Verkleinerung geht eine Schicht im Bildeindruck verloren. Es ist nicht die Aura. Es ist — ich habe mich gefragt, was es ist — die Qualität des körperlichen Gegenübers, die auch eine inhaltliche Bedeutung hat …«


Hans Brinkmann, 2007