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Frischzellenkur par excellence.
Frischzellenkur par excellence.
Surplus Gala
Konzert: Samstag, 10. Januar 2009
»Unter dem Namen SURPLUS haben sich eine Reihe von
Bands zusammengefunden, die jenseits des Mainstreams und abseits kommerzieller Zusammenhänge als Booking- und Konzertkollektiv arbeiten«. So beginnt die Gründungsmitteilung eines Zusammenschlusses einiger Hamburger Musikgruppen aus dem August 2007. Die Sache mag für sich genommen nicht weiter erwähnenswert sein, immerhin sind genrespezifische oder regionale Versuche zur Selbsthilfe nicht eben selten anzu treffende Phänomene. Dort, wo Überzeugungen und Geschmäcker geteilt und Freundschaften gepflegt werden, entstehen schließlich mit einer gewissen Selbstverständlichkeit Netzwerke, in denen Synergieeffekte erzeugt werden oder wenigstens werden sollen.
Vollplayback-Theater getarnt als human-synth-Orchester, Duett mit einem Tisch voller Geräte und einer Stehlampe.
Möchtegern wie Punk in Kirchen bei bärtigen Hippies mit Strulli Stuntmann am Mikrofon, Ernie Verflixt an der Gitarre, Timtim am Bass und Paul Schokomühle am Schlagzeug. Treffen einmal die Woche in Hamburg und ab und zu im Osten.
Das Duo aus Hamburg spielten bereits Konzerte mit u.a. Oiro, Kajak, The Thermals, Zea und brachten 2007 ihre Single »Fifteen-Love« heraus. Bei JACK FUCKING TWIST wird schnell klar, das hier 2 Musiker_innen am Start sind, die sich selber nicht so ernst nehmen und Lust auf Spaß haben, aber trotzdem ernstzunehmen sind, weil sie durchaus vergleichbar mit Kill Rock Stars-Bands sind, die mit wenigen Mitteln, im Falle von Jack Fucking Twist: Bass, Fussorgel, Schlagzeug und 2x Gesang, viel Energie mit einem gewissen Trashfaktor an den Tag legen. Ihre Musik ist schnörkellos, die Lieder nicht lang und die Texte handeln nicht von irgendwelchem Weltschmerz oder sonstwas. Party? Bitteschön!
Wie hiess es im Frühsommer so schön wackelig und traurig, zynisch wie euphemistisch: »Als Kunstschaffende muss mensch Veränderungen ja prinzipiell positiv gegenüberstehen …«, als sich die Personalstärke des Hamburger Feuilletonlieblings FUO überraschend halbierte; perspektivisch gefolgt von: »… nutzen die Gunst der Stunde als konstruktiven Schub in ungeahnt neue Sphären«. Hahaha, jaja genau; endloser Müllhaufen der Geschichte bedauerlicherweise gescheiterter Bandprojekte. Mitnichten! Was 2005 — mehr musiksoziologisch denn dem Material nach — legitim als Post-Hardcore rezensiert begann und sich zwei Jahre lang der Erforschung wenig ausgetretener Pfade von komplex bis elegantem Instrumental-Pop widmete, meldet sich nun in der Tat als grunderneuertes Quintett, mit einer kleinen Werkschau aktuellen Schaffens zurück: Inklusive integriertem Register Streicherinnen, ohne jedoch den Elan alter Haudegen-Tage oder bewährte Ingredenzien wie perlende Vibraphon-Lines oder abstrakte Beats über Bord gehen zu lassen. Frischzellenkur par excellence, yeah!




